Es gibt eine Currywurst-Bude, die im Feinschmeckerguide empfohlen wird. Die beiden Inhaber haben früher Techno produziert. Ihre Kunden singen um einen Rabatt. Ein Besuch bei der Curry Queen in Eppendorf.
Königin der Würste
Samstag, 6. Februar 2010Eine Lok, zwei Waggons
Sonntag, 31. Januar 2010Gestern abend, Berlin-Hauptbahnhof: Um 19.23h besteige ich den EC172 nach Hamburg-Altona, er besteht aus einer Lok, einem 1.-Klasse-Abteil und einem 2.-Klasse-Abteil. Diejenigen, die Sitzplatzreservierungen haben, stellen fest, dass ihr Wagen gar nicht da ist. Im Zug herrschen Gedränge und Geschubse, auf den Fluren, auf den Gängen, auf den Koffern - überall gestrandete Reisende der Deutschen Bahn.

vor den 1.-Klasse-Abteilen
“Ich schätze, dass wir ungefähr 250 Fahrgäste haben und 100 Sitze”, sagt die DB-Mitarbeiterin.
“Ich arbeite seit 1970 bei der Bahn, aber sowas habe ich noch nie erlebt”, sagt ihre Kollegin.
Eigentlich ist unser Zug mit 6 Waggons im tschechischen Villach losgefahren. Von denen wurden aber 4 an der Grenze abgekoppelt, um den ausgefallenen Rückzug zu ersetzen. Die Bahn wusste Bescheid - aber sie hat es nicht für nötig befunden, die Fahrgäste darüber zu informieren.
Zwei DB-Mitarbeiter haben sich im Dienstabteil mit dem Kassenwagen verbarrikadiert (”Vorschrift ist Vorschrift”) und besetzen wertvolle Plätze mit Saftpaletten und Kisten. “Wenn ich Sie wäre”, schimpft ein Fahrgast, “würde ich die Sitze freimachen und im Gang stehen!” Diskussionen über Moral und Service entbrennen, schließlich machen die DB-Mitarbeiter Platz für Gäste, ältere Damen zuerst.

DB-Mitarbeiter im Dienstabteil
Ich hole mir von dem Mann mit dem Kassenwagen einen heißen Tee. “Macht 2 Euro 70″, sagt er. Auch das finden einige unverschämt, sie schlagen vor, die Bahn solle den Gästen zur Entschädigung doch Tee und Kekse schenken. Die Bahnmitarbeiterin keift zurück, ihre Hand zittert, was kann sie denn tun, meinem Chef ist egal, welcher Situation wir hier ausgeliefert sind, Vorschrift ist Vorschrift.
Ich trinke meinen Tee an meinem Fensterstehplatz und beratschlage mit den anderen Gästen, ob wir nachher eine Beschwerde einlegen sollen. In der Not entsteht eine sehr unterhaltsame Solidarität. Irgendwann sprechen wir uns sogar mit den Bahnmitarbeitern. Um 20.30h bietet mir jemand, der aussteigt, seinen Platz an: ein Ledersessel in der 1. Klasse. Sänk ju vor trewelling…

unser Zug am Hamburg-Hauptbahnhof
Auf der Alster
Freitag, 29. Januar 2010Ich bin gestern über Wasser gelaufen. Über die zugefrorene Außenalster, auf der sich wegen des warmen Wetters viele matschige Schneepfützen gebildet haben. Es war sehr schön, überall Spaziergänger und Schlittschuhläufer, ich habe sogar Babys und Hunde gesehen. Wahrscheinlich ist die Alster so noch schöner als mit hunderten von Buden darauf.






Alstereisvergnügen anno 1996
Mittwoch, 27. Januar 2010Die Umweltbehörde gibt die Alster noch nicht frei, leider. Um die Wartezeit bis zum nächsten Alstereisvergnügen zu überbrücken, hier ein You-Tube-Video vom letzten Mal.
Samstag, 23. Januar 2010
Twitter meldet:
-9 Grad in Hamburg und es soll die nächsten sechs Tage so bleiben. Liebe Follower, das Alstereisvergnügen ist greifbar! #alstereis
Rat, den die Welt nicht zu geben braucht
Dienstag, 19. Januar 2010Als ich meinen Chef heute morgen anrief, um mich krächzend krankzumelden, sagte er: “Sie klingen so, als würden Sie gleich sterben!” Naja, ganz so schlimm ist es nicht: Ich liege mit Grippe im Bett. Mit Dauerniesen, Kopfschmerzen und schlechter Laune beobachte ich aus dem Fenster, wie die Stadt langsam wieder auftaut und ärgere mich, dass ich nicht draußen sein kann.
Anscheinend bin ich ein typisches Hamburger Opfer. Von der Bild (”Hatschi, Hamburg liegt flach”) erfahre ich, dass unter den Hamburger Postangestellten jeder zehnte krank ist. Und die Welt meldet, dass die Medikamente schon knapp werden, was ich aus eigener Erfahrung allerdings nicht bestätigen kann.
Interessanterweise sind die meisten Patienten laut Welt an ihrer Erkrankung selbst schuld:
Betroffen sind offenbar vor allem junge Menschen. Ihnen fehlt oftmals die Grippeschutzimpfung.
Eisige Seite
Donnerstag, 14. Januar 2010Wieviele Räumungsfahrzeuge besitzt die Stadt Hamburg eigentlich, zwei? Seit der Schnee zu Eis gefroren ist, ist jeder Gang zur U-Bahn ein Schlittschuhlauf, Verletzungsrisiko inklusive. Heute morgen fiel mir auf, dass die Straße auf der linken Seite schneegeräumt und gestreut war, auf der anderen spiegelglatt.

Hamburger Soul
Montag, 4. Januar 2010Habe letztens Fatih Akins wunderbaren Film “Soul Kitchen” gesehen. Die Handlung: Abgerockter Grieche überlässt seinem Gangster-Bruder sein Restaurant “Soul Kitchen” in Hamburg-Wilhelmsburg, Gangster-Bruder verliert es beim Poker an einen Immobilienhai mit Büro in der Hafencity (?), abgerockter Grieche bekommt es durch Zufall per Zwangsversteigerung wieder. Alle Guten sind Migranten, alle Bösen sind blond.
Fatih Akin zeigt Hamburg als einen solch souligen Ort, dass ich mich danach gefragt habe, ob ich etwas an der Stadt übersehen habe. Gibt es hier wirklich Leute, die zum Spontan-Konzert im Restaurant eine Sexorgie abfeiern? Künstler, die in der Speicherstadt Wohnungen besetzen und im Schwimmbad duschen? Patienten, die sich vom Hinterzimmer-Türken ihre Knochen zurechtbiegen lassen?
Ja, ich weiß, filmische Freiheit, aber es geht um den Vibe, den Fatih Akin zeigt: Ist Hamburg wirklich so cool? Ich fühlte mich die ganze Zeit an Berlin erinnert und dachte, dass ich Hamburg vielleicht auch nach einem Jahr vielleicht immer noch nicht gut genug kenne.
Der Stripper vom Weihnachtsmarkt
Montag, 28. Dezember 2009Zum Glück ist Heiligabend vorbei! Ich hatte alle Geschenke online bestellt, nachdem ich mir auf verschiedenen Weihnachtsmärkten (Rathausmarkt, Schanzenflohmarkt und St Pauli-Markt) die Stiefelabsätze kaputt gelaufen hatte. Hier ein kleines Video mit dem Best Of der Hamburger Weihnachtsmärkte, mit einer special performance von Roy, dem Stripper von St Pauli.


Khuê, 26:
Ich habe es getan.
Ich habe Berlin für Hamburg verlassen.
Die Folgen meiner Entscheidung lest ihr hier.